Mit 115 Kühen und zwei Melkrobotern gehört der Betrieb Himeyers in Hilfikon zu den modernen Milchviehbetrieben im Kanton Aargau. Doch hinter dieser Entwicklung steht vor allem eine Familie, die über Generationen hinweg ihre eigene Holsteinherde aufgebaut hat.
Der Betrieb fällt sofort ins Auge. Im Stall stehen die Roboter kaum still: Die Kühe betreten die Anlage selbstständig, ein Laser positioniert die Melkbecher, und das Halsband übermittelt dem System sofort, um welches Tier es sich handelt und welche Leistung es erbringt. Jede Kuh wird Melkung für Melkung erfasst. Doch bei den Meyers rückt die Technik rasch in den Hintergrund. Schnell dreht sich das Gespräch wieder um die Holstein-Kühe – und um die Familie.
Video, das Anfang Dezember auf unseren Kanälen geteilt wurde
Ein Betrieb im Wandel der Grösse
Die Geschichte des Betriebs beginnt mit dem Grossvater Meyer, bevor Edy Meyer ihn gemeinsam mit seiner Frau Rita weiterentwickelte. Heute führt Sohn Pascal Meyer den Hof in eigener Verantwortung.
Lange Zeit wurden rund vierzig Kühe noch zweimal täglich gemolken. 2014 errichtete die Familie einen neuen Laufstall und installierte den ersten Melkroboter. Die Herde wuchs zunächst auf rund sechzig Holstein-Kühe an, später – mit dem zweiten Roboter – auf die heutigen 115 Kühe.
Wachstum aus eigener Zucht
Besonders bemerkenswert ist, dass auf dem Betrieb nur selten Tiere zugekauft wurden. Ein überwiegender Teil der Holsteinherde stammt aus der eigenen Nachzucht in Hilfikon. Seit den Zeiten des Grossvaters arbeitet die Familie mit denselben Kuhfamilien weiter und behält jedes Jahr die besten Rinder zur Weiterzucht. «Wir kaufen seit Jahren keine Tiere zu», sagt Pascal Meyer. «Darum ist dieser Titel auch eine Anerkennung für alles, was wir hier über Jahre aufgebaut haben.» Auf dem Betrieb prägen die Holstein-Kühe seit Generationen den Alltag – und inzwischen wächst auch die kleine Emely mit ihnen auf.
Die Entscheidung für den Roboter
Bei den Meyers hat der Melkroboter den Züchter nie ersetzt, sondern vor allem für mehr Flexibilität gesorgt. Kühe, die problemlos laufen, werden vom Roboter selbstständig gemolken, wodurch mehr Zeit für jene bleibt, die zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen. Denn auch diese Holstein-Kühe haben ihre Gewohnheiten: Wird die Anlage besonders gründlich gereinigt oder an kalten Tagen zusätzlich beheizt, merken sie das sofort und zögern beim Eintreten. Alle zwei Tage holt ein Tankwagen rund 7’500 kg Milch ab, die bei Emmi zu Joghurt und anderen Milchprodukten verarbeitet werden.
Den Tieren ganz nah geblieben
Der Betrieb ist gewachsen, die Herde hat sich mehr als verdoppelt. Doch manches ist gleich geblieben: Rita kümmert sich weiterhin um die Kälber. Für die Familie bedeutet der Meisterzüchtertitel nicht nur eine Auszeichnung für die Qualität ihrer Holstein-Kühe – für Typ, Fundament und konstante Milchleistung –, sondern ebenso für ihre Arbeitsweise: Jahr für Jahr nah an den Tieren zu bleiben.