Hoch über dem Zugersee, mit Blick auf die Rigi, züchtet die Familie Heinzer Holsteinkühe dort, wo man sie nicht unbedingt erwarten würde: mitten in den Bergen. Die Leidenschaft der Familie für diese bedeutende Milchrasse wurde nun mit dem Meisterzüchtertitel gekrönt.
Video, das Anfang November auf unseren Kanälen geteilt wurde
An diesem Morgen im Mai schneit es in Walchwil. Zwei Grad, kaltes Licht und die besondere Atmosphäre beim morgendlichen Melken im Stall. Dabei sind die Rinder bereits auf der Alp, obwohl die Eisheiligen noch nicht vorbei sind. Eine seltene Szene, die vieles über den Betrieb verrät: hier arbeitet man mit der Natur, nie gegen sie.
Der Hof liegt auf einer Geländeterrasse auf 930 Metern Höhe, rund 500 Höhenmeter über dem Zugersee. Tief unten liegt der See, gegenüber erhebt sich die Rigi. Die Landschaft prägt hier die Menschen ebenso wie ihre Arbeit.
Arbeiten am Hang
Auf dem Betrieb der Familie Heinzer leben rund 120 Tiere, darunter 60 Holsteinkühe. Alles richtet sich nach den Bedingungen von Höhe und Jahreszeit: das Melken am Morgen und Abend, die Alpung im Sommer und die Heuernte als Grundlage für den Winter.
Heu und Emd vom eigenen Betrieb reichen mit der richtigen Ergänzung aus, damit die Holsteinkühe eine hohe Milchleistung erbringen. Arbeiten in den Bergen bedeutet, das Wetter zu akzeptieren – und am nächsten Tag wieder von vorn zu beginnen.
Holsteinkühe wo man sie nicht erwartet
Noch immer gilt die Holsteinkuh vielerorts als typische Kuh für grössere Betriebe im Flachland. Peter Heinzer widerspricht: «Man sagt manchmal, die Holsteinkuh sei nicht für die Berge gemacht. Das stimmt nicht. Mit gutem Heu und Emd entwickelt sie sich sehr gut und produziert viel Milch.» Die Heinzers legen dabei grossen Wert auf funktionelle, gesunde Kühe mit hoher Milchleistung. Und wenn sich eine solche Kuh zusätzlich im Schauring bewährt, ist die Freude umso grösser. Im Stall fressen die schwarz-weissen Kühe ruhig ihr Heu, unbeeindruckt von Kälte und Schnee. Nichts an ihrem ausgeglichenen Wesen verrät die 930 Meter Höhe – sie sind hier zuhause.
Mehrere Generationen auf dem Betrieb
Peter und Luzia Heinzer strahlen jene Ruhe aus, die man oft in den Bergen findet. Die Eltern sind weiterhin präsent im Betrieb und verbinden, was aufgebaut wurde, mit dem, was weitergeführt werden soll. Und dann ist da Alex, der jüngste Spross der Familie. Er kam im Sommer 2025 zur Welt und ist schon heute das kleine Maskottchen des Betriebs. Sein Name steht an den Wänden des Hofes, umgeben von Zeichnungen und Willkommensgrüssen. Eine Geburt betrifft hier mehr als nur die eigene Familie.
Die Anerkennung eines Berufs
Wenn man vom Meisterzüchtertitel spricht, hellt sich das Gesicht von Peter Heinzer auf. Die Auszeichnung würdigt die Qualität einer Herde – funktionelle Euter, starker und harmonischer Körperbau – ebenso wie eine Art zu leben und Wissen weiterzugeben. Dass die Zuchtarbeit der Familie Heinzer weit über den eigenen Betrieb hinaus Anerkennung findet, zeigen zahlreiche Erfolge an Viehschauen. So wurde Fever Jphigenie an der Zentralschweizer Eliteschau zur Champion-Kuh gekürt.